Stereoscope: Ein Instrument namens Erinnerung Versuche, die Geschichte umzuschreiben, um sie politisch zu instrumentalisieren, hat es immer gegeben. In Osteuropa bleiben Eingriffe in das kollektive Gedächtnis jedoch nicht folgenlos. Fünf Intellektuelle aus fünf Ländern erklären, was bei ihnen gerade passiert.
Politics of memory : A tool named memory There has always been attempts to redefine history in Eastern Europe. History now is starting to resemble a weapon in ideological conflicts. Five intellectuals comment on the politics of memory in their countries.
Russland: Freund oder Feind? Ob Türkei oder USA - viele Verlagshäuser kommen bei den wechselnden Trends, die im Staatsfernsehen, dem größten Sprachrohr der Propaganda, verkündet werden, gar nicht mehr hinterher, wie Pawel Kanygin von der Nowaja Gaseta aus Russland berichtet.
Armenien: Wir und die anderen In Armenien sind die Journalisten dazu gezwungen, sich für eine „armenische und eine aserbaidschanische Wahrheit zu entscheiden”, schreibt Jurij Manweljan. Und Katja Sergatskowa hat Ähnliches aus der Ukraine zu berichten. Wer das eigene Land kritisiert, wird neuerdings vom Innenminister als "Liberalseparatist" abgestempelt.
Litauen: Keine Angst vor dem heißen Brei Russland ist ein Feind des Westens, Litauens und der Ukraine, und das sollte man auch so schreiben, meint der litauische Journalist Vytautas Bruveris.
Ukraine: Die Feinde des Volkes Putin, Trump, Erdogan - wie schreibt man über Populisten und Konflikte, ohne Feindbilder zu schüren? Darüber diskutieren in dieser Reihe fünf Journalisten. Die Ukrainerin Ekaterina Sergatskowa beschreibt das „Wörterbuch“, an dem die Redaktion nach Kriegsausbruch gefeilt hat: Sagen wir „Terroristen“, „prorussische Kämpfer“, „Volksmilizen“, „Okkupanten“ oder „Separatisten“?