Das Osteuropa-Magazin

ostpol zeigt eine Region auf der Suche nach sich selbst: zwischen Sehnsucht nach Stärke, ständigem Wandel und Stagnation. Wir machen die Vielfalt Osteuropas sichtbar mit einem Journalismus, der in die Tiefe geht und sich nicht in Meinungsgräben zurückzieht.

Blick vom Suleiman Berg auf die kirgisische Stadt Osch. Die scheinbar chaotische Struktur gehört zu einer vorwiegend von Usbeken bewohnten, sogenannten Mahalla, einer typisch mittelasiatischen Siedlungsform mit osmanischen Wurzeln. Der in Kirgistan geborene Fotograf Aleksey Kondratyev fotografierte von 2014 bis 2015 für seine Serie „Formations“ Stadt- und Landschaftsstrukturen in den fünf postsowjetischen Staaten Zentralasiens. Er findet mit seiner Arbeit Bilder für die andauernden, sich geschichtlich und regional überlappenden Transformationen dieser Region. Osch ist Synonym für diese Verschränkung: die multi-ethnische Stadt ist über 3.000 Jahre alt und war eine wichtige Handelsstation auf der Seidenstraße. Sie liegt unmittelbar an der Grenze zu Usbekistan und nur ungefähr 250 km entfernt von Tadschikistan und China. Die 300.000- Einwohner-Stadt und ihre Umgebung, insbesondere das Ferganatal, gelten als Rückzugsort islamistischer Extremisten und als Drogenumschlagplatz. Zudem wurde Osch 1990 noch zu Sowjetzeiten und 2010 erneut Schauplatz von massiven ethnischen Konflikten mit vielen Toten. Der Nebel, der auf dem Bild die Sowjet-Infrastruktur hinter dem Viertel verdeckt, ist für Aleksey Kondratyev eine Metapher für den Wunsch vieler Zentralasiaten, die sowjetisch dominierte Geschichte hinter sich zu lassen.

Commemoration of Viktoria Marinova the day after her violent death. / Source: KlinKlin.bg

Interview Atanas Tchobanov on Marinova case: “I don’t trust their version”

One month has passed, and the violent death of Bulgarian TV host and journalist Viktoria Marinova has largely disappeared from international headlines. Bulgarian authorities arrested an alleged perpetrator and claimed that it was a random case of sexual assault, unconnected to her journalistic work. But veteran investigative journalist Atanas Tchobanov doesn’t trust their story.

Ein Teil der Fotoreportage zeigt ein subjektives Bild der polnischen Kleinstadt Jelenia Gora. Mateusz Skora fotografierte die Grindr-Nutzer mit ihren Profilbildern, so dass diese immer nur so viel enthüllten, wie sie jeweils für richtig hielten. / Foto: Mateusz Skora

Homosexualität in Polen Mit Grindr auf der Suche nach grenzenlosem Sex und Liebe

Die Liebe zu finden ist nicht leicht. Vor allem in einer polnischen Kleinstadt wie Jelenia Góra – und vor allem, wenn man homosexuell ist. Der Mangel an „Real Life“-Dating-Optionen in der Grenzstadt bedeutet, dass schwule Männer ihr Glück online versuchen müssen: Die App Grindr bringt den einen Essenseinladungen, den anderen Gelegenheitssex. Manchmal sogar grenzüberschreitend, im wahrsten Sinne des Wortes.

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Gemischtes Doppel Visegrad

Im Gemischten Doppel der V4-Staaten halten Michal Hvorecky (Slowakei), Tereza Semotamova (Tschechien), Márton Gergely (Ungarn) und Monika Sieradzká (Polen) im wöchentlichen Wechsel die Diskurse ihrer Länder fest.

Bild & Reflexion

Interviews, Statements, Fotostrecken: Wir setzen uns mit der Aufgabe von visuellen Medien im journalistischen Kontext auseinander und zeigen Arbeiten internationaler Bildproduzenten.

International

Reflections about journalism, politics and culture in the original language: Find a collection of our foreign language texts here.

Gemischtes Doppel: Russland/Ukraine

Das Gemischte Doppel gibt jeden Mittwoch persönliche Einblicke in die Ukraine und Russland, geschrieben von Inga Pylypchuk (Ukraine) und Maxim Kireev (Russland).

Innenansichten

Ob Zensur in Ungarn, Wahlen in der Ukraine oder Proteste in Russland: Regelmäßig schreiben osteuropäische Intellektuelle für ostpol über Entwicklungen in ihren Ländern.

Stereoscope

Streitgespräche, Analysen und Essays von osteuropäischen Journalisten. Unsere Autoren diskutieren über ihr journalistisches Selbstverständnis, den Zustand der Medien und die Debatten in ihren Ländern.