Polen

UEFA kontrolliert polnische Spielorte

Aus einem kreisförmigen Gestell ragen Konstruktionsteile des Fußballstadions im Danziger Stadtteil Letnica heraus. Vor ein paar Monaten lag hier noch alles brach, ein flaches Terrain, auf dem sich ein riesiges Loch auftat. Jetzt wird in Letnica, nur einen halben Kilometer vom Ufer der Danziger Bucht entfernt, eifrig gebaut.

Auf zwei Schichten verteilt sind für jeweils zwölf Stunden pro Tag etwa 40 Bauarbeiter ununterbrochen im Einsatz. Zehn Kräne versetzen gewaltige Betonteile. „Alles läuft nach Plan”, versichert Krzysztof Malinowski, der die Baustelle der PGE Arena, Danzigs neues Fußballstadion, beaufsichtigt. „Wir installieren gerade Tribünen-Elemente. Auf der VIP-Tribüne bauen wir bereits den vorletzten Stock. In dieser Woche kommen die Dachelemente dazu.”

Bauarbeiten in Danzig laufen auf Hochtouren / Katarzyna Tuszynska

Genauso optimistisch wie auf der Baustelle ist die Stimmung in der Verwaltung der Firma BIEG 2012. Das Investitionsbüro ist für die Vorbereitungen der UEFA Euro 2012 in Danzig verantwortlich. „Es sieht sehr gut aus. Ich habe keine Zweifel: Der Bau der polnischen Fußballstadien für die Europameisterschaft ist in Danzig am weitesten fortgeschritten”, sagt BIEG-Chef Ryszard Trykosko.

Seit Beginn dieser Woche bewertet eine Delegation der UEFA den Fortgang der Bauarbeiten an den vier polnischen Spielorten Breslau, Posen, Danzig und in Warschau. „Heute haben sie besonders auf die Bauarbeiten am Stadion geachtet”, berichtet der Danziger Bürgermeister Pawel Adamowicz, der die UEFA-Kommission begleitet hat. Aber auch der Bau einer Schnellstraße auf dem Danziger Ring sei begutachtet worden. „In den kommenden Monaten werden wir die Einfallstraßen nach Danzig ausbauen. Auch die S-Bahn und die Gleise werden modernisiert”, kündigt der Bürgermeister an. Bis zur EM 2012 hat Danzig noch viel vor. So muss unter anderem der Danziger Flughafen Lech Wałęsa ausgebaut werden. „Diese Projekte wurden bereits beschlossen. Wir hoffen, dass die UEFA-Kontrolleure dies in ihrem Bericht berücksichtigen”, so Adamowicz.

Ein Blick auf die Details offenbart jedoch einige Mängel. Die Kälte dieses Winters und die Unwetter der vergangenen Tage haben die Bauarbeiten erheblich verzögert. „Wir können das alles schnell nachholen“, behauptet Renata Wiśniowska, die den Bau am Danziger Fußballstadion koordiniert. In den nächsten Tagen soll eine Metallkonstruktion am Stadion eingebaut werden. „Mitte März bekommen wir die Metallteile aus Südpolen, die wir ab Ende März installieren.“ Anschließend wird die gesamte Konstruktion mit Lamellen getäfelt, die dem Stadion das Aussehen von Danziger Bernstein geben sollen.

Doch nicht nur die Bauarbeiten an den Stadien geben Anlass zur Sorge, auch Hotels sind bisher nicht in ausreichender Anzahl vorhanden. Noch gibt es bei Weitem nicht genügend Betten für die UEFA-Delegation, die Spieler und die Vertreter des polnischen Fußballverbands PZPN. Es fehlen noch rund 35 Prozent der notwendigen Übernachtungsplätze – unter drei Sternen geht da nichts. Sabina Obara-Kuczma, die das Hotelkontingent für die Europameisterschaft  in Danzig verantwortet, gibt sich dennoch gelassen. „Wir haben bereits 2007 von 3075 benötigten Zimmern gefunden. Immer wieder melden sich bei uns im Büro Hotelbesitzer und bieten weitere Zimmer an.“ Für weniger anspruchsvolle Fußballfans stellt Danzig immerhin 6.000 Betten in den Studentenwohnheimen der Stadt zur Verfügung.


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