Schönheitsmarathon vor Silvester
Seit Wochen bereiten sich viele Polinnen auf den Silvesterabend vor.
(n-ost) – Die Feierlichkeiten zu Silvester fangen für viele polnische Frauen schon früh an. So auch in einem der zahlreichen Danziger Schönheitssalons, in den sich Barbara Bielińska ein paar Tage vor dem großen Fest früh morgens aufmacht. Schon am Eingang wird die 55-Jährige mit schwarzem Jackett und stilvollem Halstuch mit einem Glas Sekt begrüßt. Doch die Festtags-Stimmung trügt - in Wahrheit wird hier hart gearbeitet.
Friseurin Ola Kielas hat schon lange vor Silvester begonnen, ihren Kundinnen neue Farbe ins Haar zu bringen. Am Silvestertag ist nur noch Zeit fürs Styling. Foto: Katarzyna Tuszynska
Friseurin Ola Kielas hat alle Hände voll zu tun. Ihr Terminkalender ist komplett überfüllt. Die zierliche Brünette mit der Schere in der einen und dem Kuli in der anderen Hand ist voll im Einsatz. Ständig klingelt das Telefon. Seit ein paar Tagen finden bei ihr kleine „Vorpremieren“ statt. Auch Barbara Bielińska ist deswegen hier. Die Polin entscheidet sich für eine Haarfärbung. „Vielleicht ein neuer Schnitt?“, überlegt sie und schaut in den Spiegel. „Zu meinem Kleid würde allerdings etwas längeres Haar besser passen…“.Friseurin Ola umwickelt dünne Haarsträhnen mit Alufolie und trägt mit einem Pinsel dicke helle Paste auf. Derweil blättert Barbara Bielińska in einem Katalog mit verschiedenen Haarfrisuren. Sie ist Stammkundin in dem Danziger Friseursalon. Seit Wochen bereitet sich die Polin auf das größte Fest des Jahres – den Silvesterabend –vor. Von Ola lässt sie sich die neusten Trends zeigen. „In diesem Jahr sind ganz einfache Frisuren angesagt. Auch leichte Wellen oder unkomplizierte Steckfrisuren sind in“, sagt die Friseurin. Für neue Farbakzente oder gewagte Schnitte kommen die meisten polnischen Frauen schon ein paar Wochen vor Silvester in die Friseursalons. Der Silvestertag selbst ist nur fürs Kämmen und Stylen gedacht. „Wir dürfen dann keine Zeit verschwenden“, so Ola Kielas. Sie bespritzt eine Strähne mit silbernem Schimmer, eine andere verziert sie mit goldenen Flecken. Alles nur zur Probe. Barbara entscheidet sich für die silberne Variante.Nachdem die Frisurenfrage geklärt ist, geht es auf zur nächsten Etappe: Maniküre und Pediküre. Nur ein Stockwerk tiefer liegt das Nagelparadies. Monika Leszkowska ist hier die Frau vom Fach. Die braungebrannte Nageldesignerin im blauen Pulli präsentiert gekonnt den neusten Nagellack. „Die Frauen wollen meistens die natürlicher aussehende French-Manicure oder rot gemalte Fingernägel“, sagt Monika. Dazu klebe ich kleine Schmucksteine auf die Fingernägel und verziere alles mit Glitzer. „In diesem Jahr sind Pfauaugen und kleine Flammen angesagt“.
Kosmetikerin Monika Leszkowska (r.) bei der Maniküre für die Party des Jahres. Foto: Katarzyna Tuszynska
Barbara freut sich über ihre frisch lackierten, violetten Nägel. Während sie trocknen, bekommt sie schnell noch ihre neuen Wimpern. Denn eine Wimpernverlängerung ist in diesem Jahr der absolute Hit in Polen. Die eigenen Wimpern werden erstmal schwarz eingefärbt, damit kein Unterschied zwischen den normalen und den synthetischen Wimpern zu erkennen ist. „An jedes Haar kleben wir eine künstliche Wimper an“, erklärt Kosmetikerin Magdalena Kwiatkowska. Die Wimpern können dann bis zu 13 Millimeter länger sein als zuvor. „Man bekommt damit so genannte 'Katzenaugen'. Es sieht phantastisch und sehr interessant aus“, wirbt Magdalena für ihre spezielle Technik. Barbaras Wimpern wirken nun länger und viel voluminöser. Die Wimpernverlängerung kostet sie etwa 400 Złoty, umgerechnet über 100 Euro. Dafür ist Bielińska vollends zufrieden. Die Vorpremiere hat super geklappt. Die Termine beim Kosmetiker, Nageldesigner und Friseur sind reibungslos gelaufen. Genauso wird sie es auch an Silvester machen. Als Stammkundin stehen natürlich alle Termine längst fest. Ihr langes, elegantes Kleid hängt auch schon im Schrank. Zum Abschluss des Schönheitsmarathons gibt es noch ein Gläschen Sekt. Nun kann Barbara getrost nach Hause gehen und sich von dem langen Tag erholen. Schließlich muss sie an Silvester noch einiges mehr aushalten.ENDE
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