Polen

MERKEL UNTERSTÜTZT TUSKS OSTPOLITIK

(n-ost) – Die Deutsche Regierung will die polnisch-schwedische Initiative einer engeren Zusammenarbeit zwischen der EU und den ehemaligen russischen Republiken unterstützen – das ist das wichtigste Ergebnis des Besuchs der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel in Danzig. Das Treffen mit dem polnischen Regierungschef Donald Tusk im Danziger Arturshof am Montag dauerte eineinhalb Stunden. „Die Deutschen sind mit dem Vorhaben einverstanden“, sagte Donald Tusk nach dem Gespräch. Tusk und sein schwedischer Kollege streben einen Partnerschaftsvertrag mit der Ukraine, Moldau, Georgien, Armenien und Aserbeidschan an, der die fünf Länder in die EU führen soll. Tusk sagte nach dem Treffen mit Merkel: „Für mich heißt das, dass dieses Projekt demnächst von der Europaratssitzung angenommen wird.“ Eine Ratifizierung des Vertrags aus Lissabon von allen EU - Mitgliedern ist eine Voraussetzung für eine weitere EU-Erweiterung. „Der Ratifizierungsprozess des Vertrags muss da fortgesetzt werden, wo er angefangen hat“, sagte Merkel. Am vergangenen Donnerstag lehnten die Iren den Vertrag von Lissabon in einer Volksabstimmung ab. Gegen den Vertrag waren 53,4 Prozent der  Abstimmenden, dafür 46,6 Prozent. Nach Meinung von Donald Tusk sollte Europa nun versuchen, einen Ausweg aus den schwierigen Lage zu finden. Die Europäische Union schätze die Meinung der einzelnen Nationen und Staaten, so Tusk. „Nach dem Treffen mit der Bundeskanzlerin in Danzig und nach meinem heutigen Besuch in Prag bin ich davon überzeugt, dass wir diese Krise überwinden werden“.Seit Donnerstag wird in deutschen wie auch in polnischen Medien intensiv über ein Europa der zwei Geschwindigkeiten gesprochen. Doch sowohl Angela Merkel als auch Donald Tusk lehnten diese Idee in Danzig ab. Tusk: „Ein Europa der zwei Geschwindigkeiten wird keine Unterstützung unter den EU-Regierungschefs finden.“Der Besuch der deutschen Bundeskanzlerin in Danzig endete mit einem Altstadt-Rundgang. Donald Tusk zeigte der Kanzlerin die berühmte Langengasse (Ulica Dluga) und den Großmarkt. Entlang des Flusses Mottlau kamen sie in die Frauengasse (Ulica Mariacka), wo viele Touristen warteten. Michal Tarnowski, ein Passant, sagte: „Frau Merkel hat mich angeschaut und mir die Hand geschüttelt. Sie ist so sympathisch“. Es waren sehr viele Touristen aus Deutschland gekommen. „Das ist doch unsere Bundeskanzlerin“, riefen sie. Einige von ihnen bekamen sogar ein Autogramm. Dafür hatten sie gerne vier Stunden im Regen gewartet. ENDENachdruck und Weiterverwertung dieses Artikels sind kostenpflichtig. Informationen im n-ost-Büro unter (030) 259 32 83 - 0


Weitere Artikel