„Wir müssen das System unseres Staates verändern“
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Wolodomir Parasjuk
„Danke an die Bewohner Kiews, und danke an die Ukraine. Alle haben zum Sieg beigetragen. Jeder Mensch, der sich zuhause schlafen legte und an den Maidan dachte, war bei uns, meine ich. Zu aller erst müssen wir Gott danken. Die drei Postulate des ukrainischen Volkes sind Gott, Ukraine und Freiheit. Wir müssen Gott danken.
Es gibt Opfer, aber ich bin mir sicher, dass all die Jungs, die umgekommen sind, jetzt im Himmel sind. Sie blicken herunter auf uns und winken uns zu. Sie singen die Nationalhymne der Ukraine zusammen mit anderen Helden, Bandera, Schuchewitsch (umstrittene westukrainische Nationalhelden, Anm. d. Red.) und all jenen, die für die Freiheit der Ukraine gekämpft haben.
Wolodomir Parasjuk kommt eigentlich aus Lemberg. Er war über viele Wochen Kämpfer einer Hundertschaft auf dem Maidan.
Wir haben gegen das Regime gekämpft. Das wichtigste Ziel jetzt: Europa soll die Ukraine stärker kontrollieren und die Zivilgesellschaft muss die Kontrolle übernehmen.
Viele Anführer sind aufgetaucht – neue, intelligente Menschen, junge Menschen, Fachleute – und die müssen an die Macht kommen. Weil die neue Generation anders denkt, nicht in Stereotypen.
Wir müssen das System unseres Staates verändern. Das angestammte System ist bürokratisch und korrupt. Menschen, die auf dem Maidan stehen, glauben nicht, dass diese Politiker etwas hinkriegen.
Wir haben das Regime zerstört, wir waren siegreich. Doch jetzt stehen uns ganz andere Herausforderungen bevor – damit wir nicht irgendwann auch das neue Regime stürzen müssen. Im Land gibt es eine neue Basis, wir können das System verändern. Die Menschen müssen verstehen, dass sie nun auf allen Ebenen die Kontrolle haben: vom Dorfrat bis zum Parlament.
Ernste Reformen sind notwendig. Aber sie können nur von Menschen durchgesetzt werden, die eine neue Sicht auf die Dinge haben.“
Quelle: Ukrainskaja Prawda